Aus der Arbeit 2021

So betet Bochum

20. Oktober 2021, 18 Uhr
Rottstr5-Kunsthallen​

 

Das Ruhrgebiet ist seit jeher Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt. Kulturelle Vielfalt und religiöse Diversität charakterisieren den Pott.

Ein Blick in die facettenreiche Geschichte der Migration ins Ruhrgebiet sowie ein Blick auf das vielfältige religiöse Leben sind an diesem Abend Thema, bevor Vertreter:innen aus Religion, Politik und Gesellschaft mit dem Publikum gemeinsam die Frage nach der religiösen Vielfalt diskutieren werden.

2. Studentische Konferenz

Flyer zur 2. studentischen Konferenz

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Der Film „So betet Bochum“ machte deutlich, wie vielfältig und bunt die religiöse Landschaft im Ruhrgebiet ist. Im Rahmen des Seminars „Religiöse Pluralität entdecken, gestalten und diskutierend sichtbar machen. Migrantische Gemeinschaften vor Ort“ entstand dieser in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Emel Aydoğdu und dem Fotograf Serkan Akin. Finanziell wurde das Unternehmen durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ unterstützt. Studierende hatten sich zu den verschiedensten religiösen Gemeinschaften mit migrantischen Wurzeln auf den Weg gemacht, um die Vielfalt einzufangen. Nach bestärkenden Worten der Begrüßung durch die Dekanin Prof. Dr. Katharina Greschat eröffnete dieser Film die zweite studentische Konferenz der Professur für Interkulturelle Theologie und Körperlichkeit. Auf ihr stand das Nachdenken über religiöse Pluralität im Vordergrund. Angeregt durch im Seminar diskutierte Themen wie Migration, Identität und Kultur hatten Projektgruppen über die Darstellung der Vielfalt hinaus gefragt „Was machst du am Sonntag um 10.00 Uhr?“ als Frage nach Lebensrhythmen und wie diese in der Gesellschaft umgesetzt werden können.

Der Film „So betet Bochum“ machte deutlich, wie vielfältig und bunt die religiöse Landschaft im Ruhrgebiet ist. Im Rahmen des Seminars „Religiöse Pluralität entdecken, gestalten und diskutierend sichtbar machen. Migrantische Gemeinschaften vor Ort“ entstand dieser in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Emel Aydoğdu und dem Fotograf Serkan Akin. Finanziell wurde das Unternehmen durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ unterstützt. Studierende hatten sich zu den verschiedensten religiösen Gemeinschaften mit migrantischen Wurzeln auf den Weg gemacht, um die Vielfalt einzufangen. Nach bestärkenden Worten der Begrüßung durch die Dekanin Prof. Dr. Katharina Greschat eröffnete dieser Film die zweite studentische Konferenz der Professur für Interkulturelle Theologie und Körperlichkeit. Auf ihr stand das Nachdenken über religiöse Pluralität im Vordergrund. Angeregt durch im Seminar diskutierte Themen wie Migration, Identität und Kultur hatten Projektgruppen über die Darstellung der Vielfalt hinaus gefragt „Was machst du am Sonntag um 10.00 Uhr?“ als Frage nach Lebensrhythmen und wie diese in der Gesellschaft umgesetzt werden können.

Es wurde auch gefragt, wie die verschiedensten Gemeinschaften während der Corona-Zeit ihre Gebetstraditionen pflegen konnten. Ob die verschiedensten religiösen Gemeinschaften alle gleichermaßen Unterstützung erfuhren, wurde als ernsthafte gesellschaftliche Frage durch die Projektgruppe aufgeworfen. Ob die Frage, wo kommst du eigentlich her, Interesse am Anderen zum Ausdruck bringt oder – verdeckt – rassistische Tendenzen beinhaltet, wurde kontrovers diskutiert. Diskutiert haben schließlich Vertreter:innen verschiedener Gemeinschaften die Frage nach der religiösen Pluralität, ihrer Sichtbarkeit und den Notwendigkeiten für die Sichtbarkeit: Brauchen wir mehr Solidarität oder Liebe? Was ist notwendig, um diese Pluralität zu gestalten? Zwei studentische Forschungsbeiträge machten die vielschichtigen Prozesse deutlich, die im Bereich migrantischer religiöser Gemeinschaften begründet liegen: Der eine verglich den syrisch-orthodoxen mit dem evangelischen Religionsunterricht, der andere untersuchte die reziproken Verhältnisse von Glauben – Migration – Identität am Beispiel der Ölbaumgemeinde in Wuppertal.

Herzlich gedankt sei allen Studierenden, die sich darauf eingelassen haben, in Form von Begegnung und Projekten das Thema religiöser Pluralität anzugehen und zu reflektieren. Als innovatives Transferprojekt wurde dieses Seminar durch Mittel im Rahmen der World Factory/Exzellenz Start-up Center NRW der RUB gefördert. Vielen Dank für dieses Vertrauen. Allen Gemeinden sei gedankt, dass sie sich diesen Fragen geöffnet haben. Das ist die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Herne, die jesidische Gemeinde in Bochum, die Ehli-Beyt-Moschee Bochum, die Le Ministère International de Réveil Spirituel, die Christ Evangelical Ministries International und die Divine Love International Church Krefeld. Herr Pastor Dr. George Melel, Dr. Alex Appiah, Pastor Manuel Gomes, Ms. Blessing und Ariya Avanloo, die auf dem Podium diskutiert haben, danken wir für ihre Zeit und ihre Konstruktivität. Besonders gefreut haben wir uns, dass Frau Biere von der Möwe es ermöglichte, mitzudiskutieren.

1. Studentische Konferenz

Seit zwei Semestern beschäftigten sich Studierende der evangelischen Theologie und anderer Fächer, wie den Religionswissenschaften, mit Fragen im Kontext religiöser Gemeinschaften vor Ort. Neben der Aneignung von Hintergrundwissen stand die direkte Begegnung im Mittelpunkt, aus der heraus Forschungsfragen und – themen entwickelt wurden. Diese Ergebnisse wurden auf der 1. Studentischen Konferenz am 13. November 2020 im hybriden Veranstaltungsformat leidenschaftlich und mit hoher Expertise vorgetragen – Gemeinden orientalischer Provenienz, genauso aber internationale Gemeinden und schiitische Hinterhofmoscheen waren in den Blick genommen wurden.

Seit zwei Semestern beschäftigten sich Studierende der evangelischen Theologie und anderer Fächer, wie den Religionswissenschaften, mit Fragen im Kontext religiöser Gemeinschaften vor Ort. Neben der Aneignung von Hintergrundwissen stand die direkte Begegnung im Mittelpunkt, aus der heraus Forschungsfragen und – themen entwickelt wurden. Diese Ergebnisse wurden auf der 1. Studentischen Konferenz am 13. November 2020 im hybriden Veranstaltungsformat leidenschaftlich und mit hoher Expertise vorgetragen – Gemeinden orientalischer Provenienz, genauso aber internationale Gemeinden und schiitische Hinterhofmoscheen waren in den Blick genommen wurden.

Die Dekanin Prof. Dr. Katharina Greschat eröffnete die Konferenz mit einem würdigenden Grußwort der Leistungen der Studierenden, in dem sie die Bedeutung dieser Themen für das theologische Nachdenken hervorhob. Der Beauftragte für den interreligiösen Dialog Ralf Lange-Sonntag von der westfälischen Kirche unterstrich die Bedeutung der Arbeit an der Schnittstelle von kirchlicher Realität und akademischer Wissenschaft.
Den Studierenden sei herzlich gedankt für ihre innovativen Beiträge, die größtenteils unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Zeit entstanden sind.

Scheich Mohammed Abou Zaid

„We don’t say refugees, we say Syrians.“ Das sind die Worte von Mohammed Abou Zaid, sunnitischer Richter am Gericht in Saida/Libanon und Imam in einer großen Moschee, als wir über Migrationsprozesse aus Syrien in den Libanon sprechen. Es sind die langjährigen Verbändelungen beider Staaten, nicht immer nur freundschaftlich, die nicht von refugees oder migrants reden lassen. Schon immer kamen Menschen, um im Land der Zedern zu arbeiten oder ihre Verwandten zu besuchen. Derzeit suchen viele Schutz vor den Ereignissen in Syrien.

„We don’t say refugees, we say Syrians.“ Das sind die Worte von Mohammed Abou Zaid, sunnitischer Richter am Gericht in Saida/Libanon und Imam in einer großen Moschee, als wir über Migrationsprozesse aus Syrien in den Libanon sprechen. Es sind die langjährigen Verbändelungen beider Staaten, nicht immer nur freundschaftlich, die nicht von refugees oder migrants reden lassen. Schon immer kamen Menschen, um im Land der Zedern zu arbeiten oder ihre Verwandten zu besuchen. Derzeit suchen viele Schutz vor den Ereignissen in Syrien.

Auch der Staat registrierte sie nicht als Flüchtlinge, so dass die Organisation bisweilen chaotisch wirkt und auch ist. Insgesamt wird von 1,5 Millionen Geflüchteten ausgangen, die im Angesicht der sich schon lang anbahnenden Wirtschaftskrise im Libanon, nicht mehr nur ungeteilt auf Zustimmung stoßen. Vorurteile, dass der Strom ausfällt, weil so viele Syrer im Land sind, sind keine Seltenheit. Die derzeitigen Demonstrationen im Libanon konnten freilich auch nicht ausgeblendet werden. Scheich Mohammed hat Hoffnung für sein Land, aber vermutlich wird es einige Zeit in Anspruch nehmen. Bisher haben die Proteste noch keine Führungspersonen, aber sie sind getragen von den Menschen des Landes. Sie wollen nicht mehr schweigen über Korruption und Vetternwirtschaft.

Maronitscher Priester Jihad Nassif

Am 6. November 2019 war Jihad Nassif Gast im Seminar. Als Monsignore ist er Geistlicher der maronitischen Kirche, die auch im Mittelpunkt der Überlegungen stand. Ein Blick in die Geschichte der Maroniten zeigte, dass Bewegung ein Kennzeichen dieser Gemeinschaft ist. Mittlerweile sind die Maroniten nicht mehr nur eine Gemeinschaft auf dem Gebiet Syriens und Libanons. Durch komplexe historische Vorgänge sind Vertreter in Frankreich, den USA, Schweden … anzutreffen. Jihad Nassif möchte diese Vorgänge nicht mit Begriffen wie Migration in Verbindung bringen. Er spricht davon, dass sich die Gemeinschaft weltweit ausgebreitet hat. Das ist für ihn weniger Verlust, sondern eine Chance. Dass die derzeitige Situation für die Christen Syriens, auch für die Maroniten eine Herausforderung ist, unterstreichen die Bilder, die er aus Homs mitgebracht hat. In Homs war er während des Kriegs in Syrien tätig (2015-18). Verschiedene Projekte wie das eines Nähateliers, Wohnungsbau gaben Hoffnung, dass Leben zwischen den Ruinen des Viertels Hamidiye möglich ist und zunehmend möglich wird.  

Am 6. November 2019 war Jihad Nassif Gast im Seminar. Als Monsignore ist er Geistlicher der maronitischen Kirche, die auch im Mittelpunkt der Überlegungen stand. Ein Blick in die Geschichte der Maroniten zeigte, dass Bewegung ein Kennzeichen dieser Gemeinschaft ist. Mittlerweile sind die Maroniten nicht mehr nur eine Gemeinschaft auf dem Gebiet Syriens und Libanons. Durch komplexe historische Vorgänge sind Vertreter in Frankreich, den USA, Schweden … anzutreffen. Jihad Nassif möchte diese Vorgänge nicht mit Begriffen wie Migration in Verbindung bringen. Er spricht davon, dass sich die Gemeinschaft weltweit ausgebreitet hat. Das ist für ihn weniger Verlust, sondern eine Chance. Dass die derzeitige Situation für die Christen Syriens, auch für die Maroniten eine Herausforderung ist, unterstreichen die Bilder, die er aus Homs mitgebracht hat. In Homs war er während des Kriegs in Syrien tätig (2015-18). Verschiedene Projekte wie das eines Nähateliers, Wohnungsbau gaben Hoffnung, dass Leben zwischen den Ruinen des Viertels Hamidiye möglich ist und zunehmend möglich wird.